Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Berlin Platz 16

  • Gesamtranking (Bestand)

    Berlin belegt insgesamt den 16. Rang …

    … aber weist guten Wert bei Forschung auf

    Berlin – Berlin belegt zwar im Vergleich der Bildungssysteme insgesamt nur den 16. Rang, erreicht aber bei der Forschung den zweitbesten Wert aller Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Berlin weist in den Handlungsfeldern Forschungsorientierung und Förderinfrastruktur Stärken auf:

    • Die Professoren an Berliner Hochschulen werben viele Drittmittel ein und tragen in hohem Maße zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei; in Berlin gibt es gemessen an der Wirtschaftskraft viele Forscher.
    • Viele Schüler nehmen an Grund- und weiterführenden Schulen Ganztagsangebote wahr.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Berlin vor allem in den Handlungsfeldern Zeiteffizienz, Bildungsarmut und Integration:

    • Viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig abgebrochen; die Studienabsolventen sind die ältesten in Deutschland.
    • Viele Schüler erreichen nur geringe Kompetenzwerte bei Schulvergleichstests, viele Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss und nur vergleichsweise wenige absolvieren erfolgreich die Berufsvorbereitung.
    • Ein hoher Anteil ausländischer Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss, nur ein geringer Anteil erreicht das Abitur; die soziale Herkunft wirkt sich besonders stark auf das Bildungsergebnis aus.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Berlin beläuft sich auf rund 175 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt.

    Negativ an Berlin ist zu beurteilen, dass bereits in den letzten Jahren die Integration ausländischer Jugendlicher eine besondere Problemlage dargestellt hat. Ferner ist das Angebot an offenen Ausbildungsstellen vergleichsweise niedrig.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Berlin

    Forschungsorientierung (BM 2016: 2. Platz): Berlin trägt in hohem Maße zur Ausbildung des Forschernachwuchses bei. Dies zeigt sich unter anderem an der Promotionsquote, bei der Berlin den zweitbesten Wert aller Bundesländer erzielt. 7,6 Prozent aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2014 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 6,1 Prozent). Die Habilitationsquote befindet sich in Berlin mit 3,6 Prozent leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 3,7 Prozent. Neben der Ausbildungsleistung sind die Professoren bei der Einwerbung von Drittmitteln überdurchschnittlich erfolgreich. Die eingeworbenen Drittmittel je Professor betrugen in Berlin im Jahr 2013 162.000 Euro, während im Bundesdurchschnitt nur 144.000 Euro erzielt wurden. Die Forschungsorientierung Berlins wird auch an der Anzahl der Forscher an Hochschulen bezogen auf das BIP deutlich. Auch hier belegt Berlin den zweiten Platz aller Bundesländer.

    Förderinfrastruktur (BM 2016: 4. Platz): Eine ausgebaute Förderinfrastruktur ist wichtig zur Schaffung einer besseren sozialen Teilhabe. 77,7 Prozent der Berliner Grundschüler lernten im Jahr 2014 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 32,9 Prozent). Berlin belegt damit hinter Hamburg und Sachsen den 3. Platz aller Bundesländer. Ebenso fiel der Anteil der Ganztagsschüler im Sekundarbereich I in Berlin mit 58,4 Prozent deutlich höher aus als der bundesdeutsche Durchschnitt von 39,6 Prozent. Auch im frühkindlichen Bereich standen sehr viele Ganztagsangebote zur Verfügung. So besuchten 61,1 Prozent der 3- bis 6-jährigen Kinder im Jahr 2015 ganztags einen Kindergarten (Bundesdurchschnitt: 43,7 Prozent). Auch der Anteil des hochqualifizierten Personals am Gesamtpersonal in Kindertageseinrichtungen war im Jahr 2015 höher als im Bundesdurchschnitt (Berlin: 8,2 Prozent; Bundesdurchschnitt: 6,8 Prozent).

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Berlin

    Zeiteffizienz (BM 2016: 16. Platz): Im Handlungsfeld Zeiteffizienz belegt Berlin den letzten Platz. Deutlich unterdurchschnittlich schnitt Berlin bei dem Anteil vorzeitig abgebrochener Ausbildungsverträge an allen Ausbildungsverträgen ab. Mit 39,7 Prozent belegt Berlin hier im Jahr 2014 den letzten Platz (Durchschnitt: 27,7 Prozent). Zudem weist Berlin im Jahr 2014 mit 27,9 Jahren das höchste Durchschnittsalter der Erstabsolventen aller Bundesländer auf (Durchschnitt: 26,4 Jahre). Bei der Umstellung der Studiengänge auf den Bachelorabschluss gehörte Berlin im Jahr 2014 mit 64,0 Prozent Studienanfängern in Bachelor-Studiengängen eher zu den Nachzüglern (Durchschnitt: 74,5 Prozent). Bei der Wiederholerquote in den Grundschulen schnitt Berlin durchschnittlich, bei der Wiederholerquote in der Sekundarstufe I jedoch deutlich besser ab als der Durchschnitt aller Bundesländer.

    Bildungsarmut (BM 2016: 16. Platz): Im Jahr 2012 erreichte in Berlin bei den Schülervergleichsarbeiten ein relativ hoher Anteil der Schüler nicht die Mindeststandards. Außerdem betrug im Jahr 2014 die Schulabbrecherquote 8,1 Prozent und lag damit über dem Bundesdurchschnitt von 5,5 Prozent. Auch beim Anteil der erfolgreichen Abgänger aus dem Berufsvorbereitungsjahr schnitt Berlin deutlich schlechter ab als viele andere Bundesländer (Berlin: 42,3 Prozent; Durchschnitt: 56,7 Prozent).

    Integration (BM 2016: 16. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards in Mathematik aus dem Jahr 2012 wies Berlin einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Auch bei der Integration von Ausländern bleibt viel zu tun: Von 3.815 ausländischen Schulabgängern im Jahr 2014 blieben 635 ohne Abschluss. Dies ergibt eine Schulabbrecherquote unter den ausländischen Jugendlichen von 16,6 Prozent. Diese liegt oberhalb des bundesdeutschen Durchschnitts von 11,9 Prozent. Ebenfalls unterdurchschnittlich schneidet Berlin bei der Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen ab (Berlin: 5,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 9,5 Prozent).

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Berlin. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Berlin im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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