Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Brandenburg Platz 15

  • Gesamtranking (Bestand)

    Brandenburg auf Rang 15 im Bildungsvergleich der Länder

    Schwächen bei den Hochschulen

    Berlin – Brandenburg belegt Rang 15 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Brandenburg weist in den Handlungsfeldern Förderinfrastruktur und Bildungsarmut Stärken auf:

    • Das Angebot an Ganztagsplätzen in Kindergärten und Schulen ist hoch; nur wenige Beschäftigte an Kitas sind ungelernte Kräfte.
    • Nur wenige Schüler erreichen lediglich ein geringes Kompetenzniveau, jedoch ist die Schulabbrecherquote vergleichsweise hoch.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Brandenburg vor allem bei der Integration, Forschungsorientierung und Hochschule/MINT:

    • Die soziale Herkunft wirkt sich stark auf die Bildungsergebnisse der Kinder aus; nur wenige Ausländer erreichen ein Abitur an allgemeinbildenden oder beruflichen Schulen.
    • Die Professoren der Hochschulen werben wenig Drittmittel ein und tragen in geringem Maße zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei.
    • Die Zahl der Studienabsolventen ist gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung sehr niedrig; nur vergleichsweise wenige Absolventen haben einen technischen oder naturwissenschaftlichen Abschluss.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Brandenburg beläuft sich auf rund 105 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt. Problematisch sind für Brandenburg die vergleichsweise schlechten Ergebnisse bei der Integration von Ausländern.

    Aus bildungspolitischer Sicht bietet die beschlossene Wohnsitzauflage für Flüchtlinge die Perspektive, ein besseres Matching zwischen Bildungschancen und Wohnort zu erreichen. So leben pro 10.000 Einwohner bisher im Landkreis Prignitz sowie in den Städten Potsdam und Cottbus vergleichsweise viele arbeitssuchende Flüchtlinge, während in den Landkreisen Spree-Neiße und Teltow-Fläming gemessen an der Bevölkerung viele Ausbildungsstellen unbesetzt sind.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Brandenburg

    Förderinfrastruktur (BM 2016: 6. Platz): Eine ausgebaute Förderinfrastruktur ist wichtig, um eine bessere soziale Teilhabe zu erreichen. Der Anteil der 3- bis 6-jährigen Kinder mit einem Ganztags-Kitaplatz lag im Jahr 2015 mit 63,0 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 43,7 Prozent. Ebenfalls überdurchschnittliche Werte erzielte Brandenburg im Jahr 2014 bei den Ganztagsangeboten für Grundschüler (BB: 42,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 32,9 Prozent) und für Schüler der Sekundarstufe I (BB: 51,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: 39,6 Prozent). Weiterhin zeichnet sich Brandenburg im Jahr 2015 durch einen relativ niedrigen Anteil an ungelernten Mitarbeitern (0,9 Prozent) im Elementarbereich aus (Bundesdurchschnitt: 2,0 Prozent). Brandenburg erzielt hier den zweitbesten Wert aller Bundesländer.

    Bildungsarmut (BM 2016: 8. Platz): Überdurchschnittlich schneidet Brandenburg bei der Vermeidung von Bildungsarmut ab. Im Jahr 2012 erreichten die Neuntklässler in Brandenburg sogar den Bestwert bei der Risikogruppe in den Naturwissenschaften und den drittbesten Wert bei der Risikogruppe in Mathematik. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss war im Jahr 2014 mit 8,0 Prozent jedoch deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (5,5 Prozent).

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Brandenburg

    Integration (BM 2016: 15. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards in Mathematik aus dem Jahr 2012 war die Bildungsarmut zwar gering, Brandenburg wies jedoch einen sehr starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Weiterhin fiel die Studienberechtigtenquote von ausländischen Schülern bei den berufsbildenden Schulen deutlich unterdurchschnittlich aus. Mit 1,6 Prozent erzielte Brandenburg hier im Jahr 2014 den schlechtesten Wert aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 9,5 Prozent). Ebenfalls unterdurchschnittlich fiel zudem die Studienberechtigtenquote von ausländischen Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen aus. In diesem Handlungsfeld schneidet Brandenburg jedoch bei dem Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Schulabschluss gut ab. In Brandenburg betrug im Jahr 2014 die entsprechende Quote 5,6 Prozent. Dies war der beste Werte aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 11,9 Prozent).

    Forschungsorientierung (BM 2016: 15. Platz): Der Nachholbedarf Brandenburgs zeigt sich unter anderem bei der Habilitations- und Promotionsquote. Im Jahr 2014 wurden pro 100 Professoren 2,5 Habilitationsverfahren abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 3,7). Bei der Promotionsquote schneidet Brandenburg ebenfalls unterdurchschnittlich ab. 4,5 Prozent aller Abschlüsse an Hochschulen waren im Jahr 2014 Promotionen (Bundesdurchschnitt: 6,1 Prozent). Dies ist die niedrigste Promotionsquote aller Bundesländer. Mit 95.500 Euro fallen schließlich auch die Forschungsausgaben pro Forscher im Jahr 2013 niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (109.900 Euro). Ebenfalls niedriger als der Durchschnitt (46,1) ist mit 38,6 die Anzahl der Forscher an Hochschulen je BIP in Mrd. Euro und auch die eingeworbenen Drittmittel je Professor liegen in Brandenburg unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

    Hochschule und MINT (BM 2016: 15. Platz): Im Jahr 2014 lebten 219.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Brandenburg. An den Hochschulen dieses Bundeslands erreichten im selben Jahr knapp 9.600 Studenten einen Hochschulabschluss – eine Ersatzquote von 4,4 Prozent. Brandenburg ist mit dieser Quote das Schlusslicht aller Bundesländer (Bundesdurchschnitt: 5,0 Prozent). Beim Anteil der Absolventen in Ingenieurwissenschaften an allen Hochschulabsolventen schneidet Brandenburg ebenso wie beim Anteil der Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften unterdurchschnittlich ab. Die Position Brandenburgs in diesem Handlungsfeld ist vor dem Hintergrund der guten Bewertung Berlins einzuordnen.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Brandenburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Brandenburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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