Der Bildungsmonitor 2016 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Mecklenburg-Vorpommern Platz 11

  • Gesamtranking (Bestand)

    Mecklenburg-Vorpommern belegt 11. Platz

    Unausgewogene Altersstruktur der Lehrer große Herausforderung

    Berlin – Mecklenburg-Vorpommern belegt den 11. Platz im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2016 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern und 93 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2016

    Mecklenburg-Vorpommern weist in den Handlungsfeldern Integration, berufliche Bildung und Förderinfrastruktur Stärken auf:

    • Die soziale Herkunft der Kinder wirkt sich wenig auf ihre Bildungsergebnisse aus.
    • Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter gibt es in Mecklenburg-Vorpommern viele Ausbildungsstellen.
    • Es gibt viele Ganztagsplätze für 3- bis 6-Jährige und in der Sekundarstufe I.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei der Zeiteffizienz, Inputeffizienz und den Betreuungsbedingungen:

    • Ein hoher Anteil der abgeschlossenen Ausbildungsverträge wird vorzeitig aufgelöst.
    • Die Altersstruktur der Lehrer an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen ist sehr unausgeglichen; dies erschwert eine gute Personalpolitik an Schulen.
    • In Kindergärten und Grundschulen kommen rechnerisch auf 1 Betreuer oder Lehrer mehr Kinder als in den meisten anderen Bundesländern.

    Exkurs: Sonderstudie Flüchtlinge

    Neben den 12 Handlungsfeldern untersucht der Bildungsmonitor 2016 in einer Sonderstudie zusätzlich erstmals die Herausforderung der Flüchtlingsmigration für die Bildungspolitik der Bundesländer. Bundesweit sind nach Berechnungen des IW für den zu erwartenden Bestand an Geflüchteten für das Jahr 2017 zusätzliche öffentliche Bildungsausgaben in Höhe von rund 3,5 Mrd. Euro notwendig – der entsprechende Anteil für Mecklenburg-Vorpommern beläuft sich auf rund 69 Mio. Euro. Vor allem zusätzliche Lehrkräfte an Schulen und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung werden benötigt. Die Willkommenskultur ist zu stärken.

    Aus bildungspolitischer Sicht bietet die beschlossene Wohnsitzauflage für Flüchtlinge die Perspektive, ein besseres Matching zwischen Bildungschancen und Wohnort zu erreichen. So leben pro 10.000 Einwohner bisher in Schwerin und Rostock vergleichsweise viele arbeitssuchende Flüchtlinge, während in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim gemessen an der Bevölkerung viele Ausbildungsstellen unbesetzt sind.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Mecklenburg-Vorpommern

    Integration (BM 2016: 5. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards in Mathematik aus dem Jahr 2012 wies Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu den anderen Bundesländern einen relativ geringen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Etwas schlechter als der Bundesdurchschnitt schnitt Mecklenburg-Vorpommern beim Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss ab (MV: 12,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 11,9 Prozent). Die Studienberechtigtenquote von ausländischen Schülern bei den allgemeinbildenden Schulen fiel mit 13,5 Prozent höher aus als im Bundesdurchschnitt (12,4 Prozent).

    Berufliche Bildung (BM 2016: 7. Platz): Bezogen auf die Bevölkerung im entsprechenden Alter betrug das Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen im Jahr 2015 im Bundesdurchschnitt 66,1 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern erzielte mit 77,9 Prozent einen überdurchschnittlichen Wert. Die Quote der unversorgten Bewerber fiel in Mecklenburg-Vorpommern mit 10,0 Prozent leicht ungünstiger aus als im Durchschnitt der Bundesländer (9,8 Prozent). Die Absolventen von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen schlossen verglichen mit anderen Ländern ihre Ausbildungsgänge im Jahr 2014 deutlich häufiger erfolgreich ab (MV: 93,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 79,6 Prozent).

    Förderinfrastruktur (BM 2016: 7. Platz): Der Anteil der 3- bis 6-jährigen Kinder mit einem Ganztags-Kitaplatz lag im Jahr 2015 mit 66,5 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 43,7 Prozent. Bei Ganztagsangeboten der Sekundarstufe I wies Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2014 mit 75,6 Prozent ebenfalls einen besseren Wert auf als die meisten anderen Bundesländer (Durchschnitt: 39,6 Prozent). Deutlicher Nachholbedarf besteht jedoch noch bei den Ganztagsangeboten für Grundschüler. Mecklenburg-Vorpommern ist hier das Schlusslicht unter den Bundesländern.

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Mecklenburg-Vorpommern

    Zeiteffizienz (BM 2016: 15. Platz): Besonders problematisch ist in Mecklenburg-Vorpommern, dass knapp 3.000 Ausbildungsverträge im Jahr 2014 vorzeitig aufgelöst wurden. Gemessen an den 7.850 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen betrug die Abbruchquote also 38,0 Prozent. Sie war damit die dritthöchste bundesweit (Durchschnitt: 27,7 Prozent). Leicht unterdurchschnittlich schnitt Mecklenburg-Vorpommern auch beim Durchschnittsalter der Erstabsolventen ab. Auch die Wiederholerquoten in den Grundschulen und der Sekundarstufe I fallen höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt. So betrug die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I im Jahr 2014 in Mecklenburg-Vorpommern 3,7 Prozent und im Bundesdurchschnitt 2,6 Prozent.

    Inputeffizienz (BM 2016: 14. Platz): Im Handlungsfeld Inputeffizienz wird das negative Ergebnis vor allem von der unausgewogenen Altersstruktur der Lehrer getragen. Bei den allgemeinbildenden und bei den berufsbildenden Schulen weist Mecklenburg-Vorpommern jeweils den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer auf.

    Betreuungsbedingungen (BM 2016: 14. Platz): In Mecklenburg-Vorpommern kamen im Jahr 2014 auf 1 Betreuungsperson im Kindergarten 9,1 Kinder, während es im Bundesdurchschnitt nur 6,3 Kinder waren. Auch auf 1 Grundschullehrer sowie auf 1 Lehrer in der Sekundarstufe II kamen in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise überdurchschnittlich viele Schüler. Auch an den beruflichen Schulen war die Schüler-Lehrer-Relation ungünstiger als im Bundesdurchschnitt.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Mecklenburg-Vorpommern. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Mecklenburg-Vorpommern im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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