Der Bildungsmonitor 2017 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Bremen Platz 15

  • Gesamtranking (Bestand)

    Bremen landet auf Rang 15 im Bildungsvergleich der Länder…

    … ist aber im Handlungsfeld Hochschule/MINT bundesweit am besten aufgestellt

    Berlin – Bremen belegt im Bildungsmonitor 2017 den vorletzten Platz aller 16 deutschen Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2017

    Bremen weist in den Handlungsfeldern Hochschule/MINT, Zeiteffizienz und Berufliche Bildung Stärken auf:

    • In Bremen werden gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung und am Bedarf von Wirtschaft und Wissenschaft viele Akademiker ausgebildet.
    • Die Umstellung auf Bachelorstudiengänge ist weit vorangeschritten; wenige Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst.
    • Das Ausbildungsstellenangebot ist in Relation zur Bevölkerung sehr hoch.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Bremen bei den Bildungsausgaben, der Schulqualität und der Bildungsarmut:

    • In Relation zu den sonstigen öffentlichen Ausgaben sind die Bildungsausgaben je Schüler gering.
    • Im Durchschnitt erreichen die Schüler in den Kompetenztests schlechte Ergebnisse.
    • Wie die Schulvergleichstests zuletzt auch im Lesen zeigten, erreichen viele Schüler nicht die Mindeststandards.

    Exkurs: Bildungsagenda

    Der Bildungsmonitor 2017 zeigt, dass die Herausforderungen für das Bildungssystem durch Integration, Digitalisierung und demografischen Wandel größer geworden sind. Bundesweit fallen die Fortschritte im Bildungsmonitor jedoch immer kleiner aus, teilweise macht das Bildungssystem sogar Rückschritte. Deshalb hat das IW Köln für den Bildungsmonitor 2017 eine Reformagenda entwickelt, die einen Mehrbedarf an Bildungsausgaben von 12 Milliarden Euro jährlich aufdeckt. Dieses Geld ist zielgerichtet in jenen Bereichen einzusetzen, die für die Integration der Zuwanderer sowie für die Gestaltung der Digitalisierung und des demografischen Wandels besonders wichtig sind. Konkret bedeutet dies für ganz Deutschland zusätzliche jährliche Bildungsausgaben von:

    • 3,5 Milliarden Euro für Integration,
    • 5,0 Milliarden Euro für mehr Qualität und Plätze in der frühkindlichen Bildung,
    • 2,7 Milliarden Euro für Ganztagsschulen und
    • 0,8 Milliarden Euro für Studierende aus dem Ausland an deutschen Hochschulen.

    Das Augenmerk sollte dabei nicht auf Strukturdebatten gerichtet sein, sondern auf Maßnahmen, die die Bildungsqualität der Schulen stärken. Es gilt, die Kräfte auf die Umsetzung der Digitalisierung durch Lehrkonzepte und Lehrerfortbildung sowie auf eine besseren Berufs- und Studienorientierung zu konzentrieren. Untersuchungen zeigen, dass sich gezielt eingesetzte zusätzliche Bildungsausgaben volkswirtschaftlich langfristig auszahlen.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bremen:

    Hochschule und MINT (BM 2017: 1. Platz): Im Jahr 2015 lebten 88.000 Akademiker im erwerbsfähigen Alter in Bremen. An den Bremer Hochschulen erreichten im selben Jahr knapp 6.400 Studenten einen Hochschulabschluss – das ergibt eine Ersatzrate von 7,3 Prozent, die weit über dem Bundesdurchschnitt von 5,1 Prozent liegt und den Bestwert aller Bundesländer markiert. Zudem ist Bremen für Studienanfänger aus anderen Bundesländern sehr attraktiv. Die Hansestadt zieht in Relation zur Zahl ihrer Schulabsolventen, die ein Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, die meisten Studienanfänger aus anderen Bundesländern an. Auch der Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal war in Bremen 2015 mit 48,5 Prozent bundesweit am höchsten (Durchschnitt: 34,5 Prozent). Außerdem hat Bremen gemessen am FuE-Personal im Bundesland 2015 die meisten MINT-Akademiker ausgebildet: Im dem kleinen Stadtstaat lag die Relation bei 24,4 Prozent, im Bundesdurchschnitt nur bei 18,8 Prozent.

    Zeiteffizienz (BM 2017: 2. Platz): In Bremen werden relativ wenige Kinder verspätet eingeschult und die Umstellung der Studiengänge auf den Bachelorabschluss ist weit fortgeschritten. Recht gut schneidet Bremen auch mit einem Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge an allen Ausbildungsverträgen von 27,2 Prozent ab (Durchschnitt: 27,5 Prozent). Während in der Grundschulen überdurchschnittlich viele Kinder einer Klassenstufe wiederholen, ist es in der Sekundarstufe I umgekehrt: Dort besuchten im Jahr 2015 gerade einmal 0,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Klasse zum zweiten Mal – im Bundesdurchschnitt waren es 2,6 Prozent.

    Berufliche Bildung (BM 2017: 4. Platz): Trotz der Probleme in den Schulen sind die Voraussetzungen für den erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf in Bremen relativ günstig. Das Land hatte 2016 gemessen an der Zahl seiner Einwohner im Ausbildungsalter die meisten betrieblichen Ausbildungsplätze: Die Ausbildungsstellenquote lag mit 81,9 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 64,2 Prozent. Trotzdem blieben überdurchschnittlich viele Ausbildungsbewerber unversorgt. Auch die Abschlussquoten in der dualen Ausbildung fallen leicht niedriger aus als im Durchschnitt aller Bundesländer.

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Bremen:

    Ausgabenpriorisierung (BM 2017: 16. Platz): In keinem Bundesland hat die Bildung bei den öffentlichen Ausgaben einen so niedrigen Stellenwert wie in Bremen. Die Bildungsausgaben pro Teilnehmer fallen im Vergleich zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte je Einwohner vor allem an Grundschulen, allgemeinbildenden Schulen und Teilzeitberufsschulen äußerst gering aus. Bremen weist hier jeweils den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf.

    Schulqualität (BM 2017: 16. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards von Neuntklässlern im Jahr 2012 in Naturwissenschaften und Mathematik lag Bremen auf dem letzten Platz. Derselbe Rangplatz ergab sich auch beim Lese-Kompetenztest von Neuntklässlern im Jahr 2015. Damit bestätigten sich die Schlussplatzierungen bei früheren PISA-Tests.

    Bildungsarmut (BM 2017: 15. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2015 im Bereich Lesen hatte Bremen den höchsten Anteil an Schülern auf der untersten Kompetenzstufe. Auch in den anderen Kompetenzfeldern (Naturwissenschaften und Mathe) fiel die Risikogruppe bei den Bremer Neuntklässlern jeweils am größten aus. Die Schul­abbrecherquote lag mit 5,6 Prozent im Jahr 2015 etwa im bundesweiten Durchschnitt. Immerhin absolvierten überdurchschnittlich viele Teilnehmer ihr Berufsvorbereitungsjahr mit Erfolg.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Bremen. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Bremen im Bildungsmonitor 2011 der INSM
    Download Factsheet

  • Legende

    besser

    schlechter