Der Bildungsmonitor 2017 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Hamburg Platz 5

  • Gesamtranking (Bestand)

    Hamburg liegt im Bildungsmonitor auf Rang 5…

    … und schneidet bundesweit am besten bei der Internationalisierung ab

    Berlin - Hamburg rangiert im Bildungsmonitor 2017 auf Platz 5 der 16 Bundesländer. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 12 Handlungsfeldern, die insgesamt 93 Indikatoren umfassen, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

    Ausgewählte Ergebnisse Bildungsmonitor 2017

    Hamburg weist in den Handlungsfeldern Internationalisierung, Betreuungsbedingungen und Förderinfrastruktur Stärken auf:

    • Die Grundschüler beginnen in Klasse 1 mit Fremdsprachenunterricht. Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schüler in Englisch sind vergleichsweise hoch.
    • Rechnerisch kommen an Grundschulen und in der Sekundarstufe 1 auf jeden Lehrer relativ wenige Schüler.
    • Viele Grundschüler und Schüler weiterführender Schulen können in Hamburg eine Ganztagseinrichtung besuchen.

    Deutliches Verbesserungspotenzial besteht in Hamburg vor allem bei der Bildungsarmut und der Integration:

    • Viele Schüler erreichen nicht die Mindeststandards im Lesen.
    • Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg der Kinder ist vergleichsweise groß.

    Exkurs: Bildungsagenda

    Der Bildungsmonitor 2017 zeigt, dass die Herausforderungen für das Bildungssystem durch Integration, Digitalisierung und demografischen Wandel größer geworden sind. Bundesweit fallen die Fortschritte im Bildungsmonitor jedoch immer kleiner aus, teilweise macht das Bildungssystem sogar Rückschritte. Deshalb hat das IW Köln für den Bildungsmonitor 2017 eine Reformagenda entwickelt, die einen Mehrbedarf an Bildungsausgaben von 12 Milliarden Euro jährlich aufdeckt. Dieses Geld ist zielgerichtet in jenen Bereichen einzusetzen, die für die Integration der Zuwanderer sowie für die Gestaltung der Digitalisierung und des demografischen Wandels besonders wichtig sind. Konkret bedeutet dies für ganz Deutschland zusätzliche jährliche Bildungsausgaben von:

    • 3,5 Milliarden Euro für Integration,
    • 5,0 Milliarden Euro für mehr Qualität und Plätze in der frühkindlichen Bildung,
    • 2,7 Milliarden Euro für Ganztagsschulen und
    • 0,8 Milliarden Euro für Studierende aus dem Ausland an deutschen Hochschulen.

    Das Augenmerk sollte dabei nicht auf Strukturdebatten gerichtet sein, sondern auf Maßnahmen, die die Bildungsqualität der Schulen stärken. Es gilt, die Kräfte auf die Umsetzung der Digitalisierung durch Lehrkonzepte und Lehrerfortbildung sowie auf eine besseren Berufs- und Studienorientierung zu konzentrieren. Untersuchungen zeigen, dass sich gezielt eingesetzte zusätzliche Bildungsausgaben volkswirtschaftlich langfristig auszahlen.

    Stärken in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Hamburg:

    Internationalisierung (BM 2017: 1. Platz): Fast alle Grundschüler in Hamburg (99,3 Prozent) wurden im Jahr 2015 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit liegt Hamburg nur knapp hinter Rheinland-Pfalz auf dem zweiten Platz (Bundesdurchschnitt: 67,1 Prozent). Der Anteil der Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug 2015 in der Hansestadt 79,0 Prozent und fiel damit ebenfalls ausgesprochen hoch aus (Bundesdurchschnitt: 33,7 Prozent). Die Hamburger Schüler hatten in der englischen Sprache ein weit überdurchschnittliches Hörverständnis, beim Lesen lagen sie leicht über dem Bundesschnitt. Relativ niedrig ist der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden der Hamburger Hochschulen.

    Betreuungsbedingungen (BM 2017: 3. Platz): In Hamburg sind die Schüler-Lehrer-Relationen vor allem an den Grundschulen und in der Sekundarstufe I der Gymnasien gut. Hamburg erzielt hier jeweils den besten Wert aller Bundesländer. Auf einen Lehrer an den Grundschulen kamen im Jahr 2015 in Hamburg rechnerisch 12,9 Kinder (Bundesdurchschnitt: 16,2). Im Sekundarbereich I an Gymnasien musste sich jede Lehrkraft um 13,4 Schülerinnen und Schüler kümmern, im Bundesdurchschnitt waren es 15,0. In der Sekundarstufe II wies Hamburg dagegen das deutschlandweit schlechteste Verhältnis von Schülern zu Lehrern auf.

    Förderinfrastruktur (BM 2017: 4. Platz): 98,1 Prozent der Hamburger Grundschüler lernten im Jahr 2015 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule – im Bundesdurchschnitt sind es gerade einmal 34,4 Prozent. Damit steht Hamburg an der Spitze aller Bundesländer. Gleiches gilt für den Anteil der Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden. Hier erreichte Hamburg 94,8 Prozent, der Durchschnitt liegt bei 41,5 Prozent. Außerdem übertraf Hamburg 2016 abgesehen von Hessen alle anderen Bundesländer beim Anteil der Kindertagesstätten-Mitarbeiter, die einen akademischem Abschluss haben: In der Hansestadt galt dies für 10,4 Prozent des Kita-Personals, im Durchschnitt der Bundesländer nur für 6,4 Prozent. Ein Wermutstropfen: Auch der Anteil der Ungelernten an den Kita-Beschäftigten ist in Hamburg mit 5,1 Prozent höher als anderswo (Bundesdurchschnitt: 2,0 Prozent).

    Potenziale in bildungspolitischen Handlungsfeldern in Hamburg:

    Bildungsarmut (BM 2017: 14. Platz): Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Lesen kamen relativ viele Hamburger Schüler im Jahr 2015 nicht über die unterste Kompetenzstufe hinaus. Recht hoch war der Anteil solcher Risikoschüler auch bei der Überprüfung der Bildungsstandards von Viertklässlern im Jahr 2011. Der Anteil der erfolgreichen Absolventen an allen Abgängern eines Berufsvorbereitungsjahr fiel 2015 mit 52,8 Prozent ebenfalls nicht gerade glänzend aus (Bundesdurchschnitt: 57,9 Prozent). Dafür mussten in Hamburg nur 5,4 Prozent der Schulabgänger des Jahres 2015 die Schule ohne Abschluss verlassen – das war ein etwas besserer Wert als im Bundesdurchschnitt (5,6 Prozent).

    Integration (BM 2017: 14. Platz): Bei den Tests zu den Bildungsstandards im Lesen aus dem Jahr 2015 wies Hamburg verglichen mit den anderen Bundesländern einen sehr engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg auf. Außerdem kamen an den berufsbildenden Schulen vergleichsweise wenige ausländische Jugendliche zu einer Studienberechtigung (Hamburg: 5,6 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent). Anders an den allgemeinbildenden Schulen: Dort erwarben 23,3 Prozent der ausländischen Jugendlichen eine Studienberechtigung – das ist der beste Wert aller Bundesländer (Durchschnitt: 9,3 Prozent). Leicht besser als im Bundesdurchschnitt schlug sich Hamburg auch beim Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss.

    Das vollständige Profil als PDF-Download

    Hier finden Sie alle Informationen über Hamburg. Laden Sie das komplette Profil und eine Tabelle mit allen Indikatoren und Vergleichswerten herunter.

    Das Profil von Hamburg im Bildungsmonitor 2011 der INSM
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